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Spielbericht SG Bad Wimpfen I – TGV Dürrenzimmern

SG Bad Wimpfen I – TGV Dürrenzimmern                                                                                        1:2 (1:2)

Im letzten Heimspiel des Jahres kam der Tabellenletzte an den Kurwald. Nach der Negativserie zuletzt wollte man unbedingt gewinnen, um dem Trend ein Ende zu setzen und es begann vielversprechend. Die Gäste stießen an und spielten sofort einen Ball nach vorne. Diesen Pass fing Marvin Obenland ab, passte zu Jesse Weippert, der wiederum Benedikt Kuhne in die Spitze schickte. Dieser schüttelte seinen Gegenspieler ab, stand allein vor dem Tor und erzielte nach handgestoppten 14 Sekunden das 1:0. Dies sollte jetzt doch dem Spiel der SG Sicherheit geben. Das Gegenteil war der Fall. Wenn man so schnell gegen den Tabellenletzten führt, wird das doch ein Selbstläufer, schienen viele zu denken. Aber die Gäste waren wenig beeindruckt und fanden über kollektiven Kampf und Disziplin ins Spiel. In der zwölften Minute lief ein Stürmer aus Dürrenzimmern etwas mehr als 20 Meter vor unserem Tor parallel zur Torlinie und wurde dabei von unserer Abwehrreihe mehrfach ehrfurchtsvoll beobachtet, aber nicht wirklich angegriffen. So konnte er, nachdem er den dritten Zuschauer stehen ließ, unhaltbar zum Ausgleich einnetzen. Die SG zeigte sich nun ihrerseits beeindruckt und brachte entsprechend noch weniger zustande. In der 20. Minute hatte der TGV dann einen Freistoß etwa vier Meter hinter der Mittellinie, also knapp in unserer Hälfte. Ein Mann der Viererkette vom Gast schlug den Ball lang vor unser Tor in der Hoffnung, dass einer seiner Kollegen den Ball mit dem Kopf verlängern kann. Das war aber gar nicht nötig. SG-Schlussmann Jan Nicklausson kam aus seinem Tor und wollte den Ball herunterfangen. Offensichtlich verschätzte er sich aber und machte wohl einen Schritt zu viel nach vorne. Er kam nicht hoch genug, steifte den Ball nur mit den Fingerspitzen und die SG lag zurück. Chancen gab es dann in Hälfte Eins nur noch eine. Kurz vor der Pause stand plötzlich ein Stürmer von Dürrenzimmern alleine mehr oder weniger zufällig vor unserem Tor, verzog aber knapp.

Nach der Pause sah man, dass die SG durchaus gewillt war und das Spiel fand hauptsächlich in des Gegners Hälfte statt. Jeder SGler war gewillt, aber irgendwie nur jeder einzelne und nicht die Mannschaft. Soll heißen, es gab viele aussichtslose Einzelaktionen, entscheidende Pässe kamen eben nicht an, die einzelnen Mannschaftsteile standen viel zu weit auseinander und von Taktik oder einem geordneten Plan war nicht viel zu sehen. So hatte die SG trotz optischer Überlegenheit lediglich zwei gute Torchancen. In der 60. Minute flankte Moritz Schuischel exakt auf den Kopf von Matthias Klinkert, der beim Kopfball eigentlich (fast) alles richtig machte und den Ball flach aufs Eck drückte. Der Torhüter tauchte aber blitzschnell ab und konnte das Ding parieren. Die zweite gute Chance hatte Mutlu Imer mit einem Schuss aus der zweiten Reihe, der aber ebenfalls nicht ins Ziel fand. Auf der anderen Seite hatten aber auch die Gäste bei gelegentlichen, blitzschnellen Kontern noch die eine oder andere gute Chance, bei denen Jan Nicklausson dann seinen Fehler mehrfach wieder gutmachen konnte.

Letztlich blieb’s bei der im Grunde verdienten Niederlage gegen einen Abstiegskandidaten, der mit Mann und Maus über 90+ Minuten kämpfte und sich dessen bewusst war, was er kann und was nicht und entsprechend spielte. Die SG ist derzeit einfach enorm verunsichert, was man jedem einzelnen bei allem Bemühen anmerkt. Vielleicht muss man sich jetzt irgendwie mit eineinhalb blauen Augen in die Winterpause retten, um neu Kraft zu sammeln und Zeit für Analysen zu haben. Dass ihr es könnt, Jungs, habt ihr schon mehrfach eindrucksvoll bewiesen – und das werdet ihr auch wieder zeigen, bin ich mir sicher. Ist nur die Frage, wann.

Tore: 1:0 Kuhne (1. Min.), 1:1 (12. Min.), 1:2 (20. Min.)

bes. Vorkommnisse: gelb-rote Karte TGV Dürrenzimmern (83. Min.)

es spielten: Nicklausson, Schuischel, Ajili (46. Min. Sieber), Weippert, Gerhardt, Dobmeier, Kuhne, Luft (75. Min. Grimmoni), Rudolph, Obenland (70. Min. Imer), Klinkert