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Spielbericht STV Herbolzheim – SG Bad Wimpfen II

TSV Herbolzheim – SG Bad Wimpfen II                                                                              1:3 (1:0)

Beim Tabellennachbarn in Herbolzheim sahen die wenigen aus Bad Wimpfen mitgereisten Zuschauer eine ganz schwache erste Halbzeit ihrer Mannschaft. Nachdem die Gäste die ersten Minuten besser ins Spiel fanden, kam die Heimelf spätestens nach fünf Minuten in die Partie und dominierten fortan. Es dauerte dann auch nicht lange, ehe das 1:0 fiel. Ein einfacher Pass in die Spitze hebelte die komplette Hintermannschaft der SG aus und auch Torhüter Dirk Zimmermann war sich mit sich selbst nicht so ganz einig. Soll ich nun herauskommen oder nicht? Dies erkannte der TSV-Stürmer und lobbte zur Heimführung ein. Ein paar Minuten später hatte die SG Glück, als man sich in der Abwehr nicht einig war. Frei nach dem Motto „Nehm ihn du, ich hab ihn sicher“ überließ man einen TSVler den Ball, der aber nichts Vernünftiges damit anzufangen wusste. Nur eine Minute später ging ein Heber nur ganz knapp über das SG-Gehäuse. Defensiv stand die SG überhaupt nicht, sie schwamm. Bereits im Mittelfeld begann das defensive Desaster und man hatte Glück, dass die Tabellenvierte nicht in der Lage war, dies mit mehr als einem Gegentor zu bestrafen. Offensiv versuchte man sein Glück fast ausschließlich durch die Mitte, obwohl die schnellen Außenspieler genug Platz gehabt hätten. Letztlich war es dann in der Mitte zu eng und so gut wie jeder Angriff seitens der SG wurde bereits im Keim erstickt. Die erste annähernd als Torchance zu bezeichnende Situation hatte Marcel Schmid, dessen Schuss aus zentraler Position etwa 18 Meter vor dem Tor knapp drüber ging. Kurz vor der Halbzeit hatte man erneut riesiges Glück. Die Abseitsfalle misslang, ein TSV lief auf die Grundlinie und flankte auf den langen Pfosten. Der dortige Stürmer traf aber aus fünf Metern das Tor nicht.

Nach der Halbzeit ein komplett anderes Bild. Ich weiß nicht, was in der Kabine geschah, ob Marcel Schmid und Manuel Carbone die richtigen Worte fanden, ob es einen Zaubertrank zu trinken gab oder irgendeine Fee den Jungs erklärte, dass gerade ein Fußballspiel stattfindet und sie sich entsprechend verhalten sollen. Vom Anpfiff weg übernahmen jetzt die Gäste das Zepter und man erkannte sie nicht wieder. Nach gut fünf Minuten erhielt Dietmar Henrich im Mittelfeld den Ball, schickte Andy Scheer über AUSSEN. Dieser zog den Ball flach vor das Tor, wo leider noch ein Abwehrspieler in höchster Not zur Ecke klären konnte. Den Eckball schlug Andy Scheer auf das lange Fünfereck, wo der lange Simon Breuling per Kopf den Ausgleich erzielte. Zwei Minuten später erneut Eckball, erneut schlug ihn Andy Scheer, erneut schlug er ihn auf das lange Fünfereck. Dieses Mal stand dort Marcel Schmid, dessen Direktabnahme mit dem Fuß aber von einem TSVler auf der Linie abgewehrt werden konnte. Wieder nur wenige Minuten später hatte die SG Einwurf auf der rechten Seite. Moritz Schuischel warf den Ball zu Simon Breuling, der diesen mit dem Rücken zum Tor am Strafraumeck annahm, sich drehte, zwei schnelle Haken schlug, plötzlich alleine vor dem Torhüter stand und trocken ins lange Eck zur SG-Führung vollendete. Die nächste starke Szene hatte Andy Scheer per Freistoß. Aus etwa 18 Metern aus leicht nach rechts versetzter Position setzte er das Rund an den Pfosten. Dann stellte der Schiedsrichter sowohl einen SGler als auch einen TSVler mit rot vom Platz, da er offensichtlich eine Unterhaltung der beiden falsch verstanden oder zumindest falsch interpretiert hatte. Mal sehen, was das Sportgericht hier entscheidet, nachdem der Schiedsrichter nach dem Spiel wohl zugab, dass er es falsch verstanden haben könnte. Vier Minuten nach seinem Pfosten-Freistoß  machte Andy Scheer es dann (noch) besser. Aus ähnlicher Position, nur auf der anderen Seite, erzielte der Herr des ruhenden Balles das 1:3 und entschied die Partie, die in zwei Halbzeiten zwei komplett unterschiedliche Gesichter hatte. Die wenigen Möglichkeiten, die der TSV in der zweiten Halbzeit hatte, wurden spätestens vom nun blendend aufgelegten Dirk Zimmermann zunichte gemacht und man kann durchaus unter dem Strich von einem verdienten Sieg der SG-Truppe reden – auch wenn es lange nicht danach aussah.

 

Tore: 1:0 (7. Min.), 1:1 Breuling (51. Min.), 1:2 Breuling (58. Min.), 1:3 Scheer (73. Min.)

besondere Vorkommnisse: je eine rote Karte für TSV und SG (73. Min.)

es spielten: Zimmermann, Holzmann, Schmid (63. Min. Carbone), Würz, Schuischel, Blum, Blank (27. Min. Spengler), Henrich, Banhardt, Breuling (78. Min. Steiger), Scheer (86. Min. Gubic)